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Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Initiative HISTORISCHE LERNORTE SENDLING und wird gefördert vom Beziksausschuss 6, Sendling, München, Deutschland, Germany

 Bertha Jordan

Bertha Jordan 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet
geborene Thalheimer, kam aus Hochberg, Kreis Saalgau, wo sie am 23. Oktober 1865 geboren wurde.

Sie heiratete den Viehhändler Leopold Jordan, mit dem sie 1898 nach München zog. In München wurden dem Ehepaar acht Kinder geboren.

Von 1903 bis 1938 lebte die Familie in der Häberlstraße 12, im I. Stock.

1933 verstarb ihr Mann. Seit dem 1. August 1938 wohnte Frau Jordan beim Ehepaar Hecht, das nach der Emigration des Sohnes ein Zimmer frei hatte.

Vielleicht war Frau Jordan "entmietet" worden, oder sie konnte sich die alte Familienwohnung nicht mehr leisten. Sie blieb in der Wohnung Am Harras aber nur einige Monate. Im April 1939 kam sie ins Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde in der Kaulbachstraße 65 und im Oktober 1941 ins Krankenhaus der Israelitischen Kultusgemeinde in der Herman-Schmid-Straße 5-7.

Am 5. Juni 1942 wurde sie von dort aus nach Theresienstadt deportiert, wo sie zu einem uns nicht bekannten Zeitpunkt ermordet wurde.

Drei ihrer Söhne wanderten in die USA aus. Ihre Tochter Klara überlebte in München als Ehefrau eines nichtjüdischen Partners.

Ihr Sohn Siegfried lebte als Kunsthändler in Bogenhausen, in der Mauerkircher Str. 13 (1925-1940). Er war Soldat im 1. Weltkrieg.

Nach der "Kristallnacht" wurde er ins KZ Dachau verschleppt. Am 20.November1941 wurde er mit seiner Frau Paula nach Kaunas deportiert und dort ermordet. Sein Sohn Peter überlebte - seine Eltern hatten ihn im Mai 1939 nach London geschickt - mit einem Visum, für das der englische Konsul in München 1000 Mark nahm.

Berta Jordans Tochter Rosa, Turnlehrerin und Modistin, wurde 1943 in Auschwitz ermordet.



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